Straßennamen mit Hintergrund
Um allen
Fragen von Besuchern gegenüber gut gerüstet zu sein, sollen an dieser Stelle
noch Informationen über interessante Straßennamen und Plätze eingefügt
werden, die nach Persönlichkeiten der Wäschenbeurener Geschichte benannt
wurden.
Erst im Mai
1998 wurde vor dem Rathaus der Manfred-Wörner-Platz eingeweiht. Mit ihm
soll eine Person geehrt werden, deren Wirken noch gar nicht so lange zurückliegt.
Im Jahre 1934 geboren, war Dr. Manfred Wörner seit 1973 Bürger von Wäschenbeuren.
Von 1965 bis 1988 war er Mitglied des Deutschen Bundestages und von 1982 bis
1988 Bundesminister für Verteidigung. Ab 1988 übte er bis zu seinem Tode im
Jahre 1994 das Amt des Nato-Generalsekretärs aus. Im Frühjahr 1994 hat die
Gemeinde ihn zum Ehrenbürger ernannt.
Zwischen
Seestraße und Oberdorfstraße liegt die Prof.-Kuhn-Straße. Professor
Johannes von Kuhn, in Wäschenbeuren im Jahre 1806 geboren, war zu seiner Zeit
ein in der katholischen Welt hochgerühmter Professor für Dogmatik an der
Landesuniversität Tübingen. Schon als Student preisgekrönt, wurde er mit 26
Jahren Hochschullehrer in Gießen. Über 43 Jahren lang hat er
Priesteramtskandidaten der Diözese Rottenburg ausgebildet und zahlreiche
wissenschaftliche Schriften verfasst. Als Abgeordneter des Landtags, dem
damals auch der Dichter Ludwig Uhland angehörte, trat er für das traditionelle
Königtum ein, weshalb ihn König Wilhelm I. adelte und zum lebenslänglichen
Mitglied der Kammer der Standesherren ernannte. Johannes von Kuhn verstarb im
Jahre 1887.
Die Prof.-Kaißer-Straße
liegt zwischen Siedlungs- und Rechbergstraße. Mit ihr wurde der im Jahre 1834
in Wäschenbeuren geborene Bernhard Kaißer geehrt, der sich als Lehrer und
Schriftsteller einen geachteten Namen erworben hat. Als Leiter der Seminarübungsschule
in Gmünd veröffentlichte er zahlreiche Schriften zur Methodik und Didaktik des
Volksschulunterrichts sowie zur Geschichte des württembergischen katholischen
Volksschulwesens. Im Jahr 1900 ist Bernhard Kaißer zum Professor ernannt
worden, ein Novum für einen württembergischen Volksschullehrer. Für Wäschenbeuren
hat er als Verfasser der “Geschichte und Beschreibung des ehemaligen
Ritterguts Wäschenbeuren und seiner Umgebung” eine sehr große Bedeutung,
da er in den zwei Ausgaben dieses Werkes wichtige Ereignisse und Daten der
Ortsgeschichte gründlich aufbereitet hat. Professor Kaißer starb im Jahre
1918.
Zur Barbarossastraße
gelangen wir, wenn wir mit unserem Gast vom Marktplatz aus durch die Oberdorfstraße
und von der Mühlgasse aus rechts laufen. Wie bereits ausgeführt, ist es uns
nicht bekannt, ob die Gemeinde ihren Namen besagter Wäscherin zu verdanken hat,
der Kaiser Barbarossa so zugeneigt gewesen sein soll. Der berühmte Kaiser und
Staufer wurde 1125 geboren - er verstarb 1190.
Die Friedrich-von-Büren-Straße
führt vom Feuerwehrgerätehaus bis zur Lorcher Straße und mit ihr treffen wir
auf eine historisch äußerst bedeutungsvolle Persönlichkeit, die um 1050 in
Erscheinung trat. Bernhard Kaißer schreibt über diesen Friedrich von Büren in
seiner Abhandlung über das Rittergut Wäschenbeuren “Es wird daher dieser
Friedrich von Büren mit Recht als der Stammvater des hohenstaufischen
Kaiserhauses angesehen...”. Er war der Vater des Friedrich von Büren, der
Herzog wurde und die Stammburg zu Hohenstaufen erbaute.
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Rathausbrunnen
Am Manfred-Wörner-Platz vor dem Rathaus hat mit dem Rathausbrunnen von Kurt
Grabert die moderne Zeit Einzug gehalten. 1992 wurde er erbaut und ist seitdem
ein gern besuchter Mittelpunkt des neu gestalteten Rathausvorplatzes. Ihn
sollten wir unserem Besucher in jedem Fall zeigen, zumal er die Wäschenbeurener
Geschichte und auch “Beuremer” Geschichten auf eindrucksvolle Weise erzählt.

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Maibaum
Je nachdem, ob wir das Glück haben, unsere Gäste im Mai auf den Vorplatz
des Rathauses führen zu können, besteht die Möglichkeit ihnen eine weitere
Besonderheit zu zeigen. Die Gemeinde hat - ebenfalls vom Künstler Kurt Grabert
- im Jahre 1995 einen modernen Maibaum entwerfen und fertigen lassen. Die
moderne Form der Darstellung, im Gegensatz zum traditionellen Maibaum, ist
allerdings im Ort nicht unumstritten und wir sollten es unserem Mai-Gast überlassen,
sich eine eigene Meinung zu bilden.
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