In der Gemeinderatssitzung am 07.12.2006 wurden der Haushaltsplan-Entwurf
2007 und die Mittelfristige Finanzplanung 2008 bis 2010 von der Verwaltung
eingebracht. Es ist bereits Tradition, dass die Fraktionen ihre
Stellungnahme in der ersten Sitzung nach der Weihnachtspause vortragen.
Diese werden nachstehend abgedruckt. Nach Beratung wird der Haushalt
voraussichtlich in der Gemeinderatssitzung am 08.02.2007 verabschiedet.
Stellungnahme der CDU-Fraktion
Sehr geehrter Herr Bürgermeister, liebe Kolleginnen und Kollegen,
der Wirtschaftsaufschwung in Deutschland gewinnt an Fahrt. Fast alle
Wirtschaftsforscher rechnen mit seinem weiteren Anwachsen. Die Prognosen werden
nach oben korrigiert. Es wird ein Rückgang der Arbeitslosenzahlen auf unter 4
Millionen vorausgesagt. Unternehmen wollen verstärkt neue Arbeitsplätze
schaffen. Deutschland traut sich wieder zu, zu investieren. Auch der private
Konsum wird trotz Mehrwertsteuererhöhung zulegen. Die Investitionsbedingungen
für die Wirtschaft sind derzeit so gut wie lange nicht mehr. Die Nachfrage ist
kräftig, die Finanzierungsbedingungen noch immer günstig. Selbst in der
Bauwirtschaft sind nach Jahren der Krise wieder bessere Zeiten angebrochen. Seit
dem Tiefpunkt vor einem Jahr steigt die Zahl der sozialversicherungspflichtigen
Beschäftigten wieder kontinuierlich an. Auch die Steuereinnahmen des Staates
sprudeln.
Nun, was bewirkt dies für den Verwaltungshaushalt der Gemeinde Wäschenbeuren?
Nahezu alle Zuweisungen werden sich deutlich erhöhen, besonders kräftig der
Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer und die Schlüsselzuweisungen des
Landes. Das Gleiche gilt für die Gewerbesteuer. So erfreulich es ja ist, muss
trotzdem etwas Wasser in den Wein geschüttet werden. Die Zuwächse bei Steuern
und Zuweisungen werden ja bekanntlich auf den Finanzausgleich kommender Jahre
angerechnet. D.h., es gibt in 2 Jahren weniger Schlüsselzuweisungen und ein
Mehr an Umlagen, z.B. an den Landkreis. Während im Haushaltsjahr 2006 der
Verwaltungshaushalt keinen Überschuss erwirtschaften konnte und mit Ach und
Krach die laufenden Ausgaben gedeckt werden konnten, sieht es im neuen Jahr
deutlich besser aus. Nach den jetzt von der Verwaltung vorgelegten Zahlen - wir
gehen davon aus, dass sie wie immer auf der sicheren Seite kalkuliert wurden -,
ist mit einer Zuführungsrate vom Verwaltungs- an den Vermögenshaushalt in Höhe
von 688.000 € zu rechnen. Nach Abzug des Schuldendienstes steht eine
Nettoinvestitionsrate von 685.000 € zur Verfügung. Nach unseren Feststellungen
orientieren sich die Ausgaben des Verwaltungshaushaltes von wenigen Ausnahmen
abgesehen an den Zahlen des Vorjahres. Aufgefallen sind uns dabei die nur noch
geringen Ausgaben für Zins und Tilgung der Schulden. Das Ganze ist umso
positiver zu bewerten, da die Gemeinde noch keine kostenrechnenden Einrichtungen
aus dem Haushalt ausgegliedert hat. Unabhängig vom Ausgang der
Haushaltsplanberatungen kann man heute schon fest davon ausgehen, dass am Ende
des Jahres die Rücklagen deutlich angestiegen sein werden und die Schulden gegen
Null gehen. Bei einer hohen Aufgabenerfüllung ist die finanzielle Situation
besser denn je.
Dass die Kreisumlage nach Jahren andauernder Erhöhungen nun um ca. 60.000 €
sinkt, freut uns. Der Haushaltsplanentwurf sieht für 2007 trotz Lohnerhöhungen
und Steigerung der Sozialversicherungsbeiträge weniger Personalausgaben vor. Der
Aufgabenbereich des Bauhofs wird immer größer, deshalb stellt sich
für uns in diesem Zusammenhang erneut die Frage der Einstellung eines
weiteren Mitarbeiters. Wir haben vernommen, dass die Verwaltung heuer keine
Steuererhöhungen beantragt, ebenso soll im Bereich der Gebührenhaushalte von
Erhöhungen abgesehen werden. Beides ist ganz in unserem Sinne.
Zu den wichtigsten Zahlen des Vermögenshaushalts
Bereits im Herbst des vergangenen Jahres hat der Gemeinderat ergänzenden
Baumaßnahmen beim neuen Rasenplatz zugestimmt. Neu angelegt werden sollen
die bisher provisorisch vorhandenen Parkplätze entlang der verlängerten Maitiser
Straße. Ebenso ist in diesem Bereich an eine Aufwertung und Verbesserung des
Straßenabschnitts gedacht. Das Regierungspräsidium Stuttgart hat
zwischenzeitlich dem Übertrag des nichtausgeschöpften Förderrahmen beim neuen
Sportplatzbau auf die erweiterte Baumaßnahmen zugestimmt. Die
Bereitstellung von weiteren 30.000 € zur vollständigen Finanzierung der Maßnahme
findet unsere Zustimmung.
Erneut muss von der Gemeinde im Rahmen der Vermögensumlage für die neue Messe
Stuttgart 14.000 € aufgebracht werden. Wir erhoffen uns von der neuen
Landesmesse, die im laufenden Jahr fertig gestellt wird, Impulse und Dynamik bis
in unsere Region.
Den für 2007 von der Verwaltung geplanten Einstieg in die Planung des
Baugebiets Heuhof halten wir für richtig. Zur Zeit sind nur noch wenige baureife
Grundstücke im Eigentum der Gemeinde. Deshalb ist es sinnvoll, im Haushaltsplan
2007 für Planungsleistungen ca. 30.000 € einzusetzen. Die Umsetzung des
Baugebiets Heuhof in den nächsten Jahren erscheint uns wichtig, zum einen,
um die gegenwärtige Einwohnerzahl zu halten, zum anderen, um Finanzierungsmittel
für weitere Aufgaben in der Gemeinde zu gewinnen.
Keine Einwendungen haben wir gegen die Bereitstellung von Mitteln für eine
Neuplanung im Bereich der Gebäude Beck und Wahl gegenüber des Rathauses. Die
CDU-Fraktion denkt dabei an einen Realisierungswettbewerb oder eine
Machbarkeitsstudie denen allerdings eine Bedarferhebung vorausgehen sollte.
Bei der Verwirklichung des Projektes wünschen wir uns möglichst viel
privates Investorengeld.
Der Haushaltsansatz Friedhofsplanung von 15.000 € für eine teilweise
Neugestaltung ist angebracht. In diesem Zusammenhang wollen wir die
angedachte Kolumbarium-Wand mit ihren nischenartigen Vertiefungen zur Aufnahme
der Aschenurnen verwirklicht sehen.
Anträge, Anregungen, Vermischtes
Vergabe von Bauplätzen
Bei den bisherigen Vergabekriterien hat die Gemeinde Wäschenbeuren keine
Unterschiede bei den Bauplatzbewerbern gemacht. Unabhängig vom
Familienstand wurde der gleiche Preis erhoben. Nach allen Bevölkerungsprognosen
über die demographische Entwicklung wird deutlich, dass sich die
Altersstruktur gravierend verändern wird. Dabei nehmen die Zahl der
jüngeren Menschen und Erwerbstätigen erheblich ab und die Zahl der Älteren
und Senioren deutlich zu. Insgesamt bringt diese Entwicklung gravierende
Veränderungen für die kommunale Ebene mit sich. D.h. öffentliche Einrichtungen
werden künftig von weniger Bürgern unterhalten werden müssen. Die CDU-Fraktion
fordert deshalb künftig eine aktive Bauplatzpolitik zugunsten der jüngeren
Generation. Generell soll für Familien mit Kindern ein Preisabschlag beim
Bauplatzpreis erfolgen. Denkbar wäre für jedes Kind einen festen Betrag am
Bauplatzpreis abzusetzen. Als Kinder wären alle steuerlich anerkannten Kinder zu
zählen.
Mietwohnhaus Hetzengasse 4 und weitere Wohnungen im
Gemeindeeigentum
Seit Monaten versucht die Gemeindeverwaltung eine leerstehende Wohnung im
Gebäude Hetzengasse 4 zu vermieten. Trotz intensiver Bemühungen und
Ausschreibungen sowohl im Gemeindemitteilungsblatt als auch in der Tageszeitung
war es bisher nicht möglich, einen Mieter zu finden. Nach Besichtung von Haus
und Wohnung winken interessierte Mieter schnell wieder ab. Gründe dafür sind in
erster Linie das viel zu enge und unzureichende Treppenhaus. Sollten Kranke mit
der Krankenbahre aus dem Haus getragen werden müssen, kann nur der Weg über das
Fenster genommen werden. Gleiches gilt für den Möbeltransport bei
Wohnungsein- und -auszügen. Beim derzeitigen Wohnungsmarkt befürchten wir bald
den Leerstand weiterer Wohnungen im selben Gebäude. Die CDU-Fraktion
beantragt, die Gemeinde möge einen Architekten beauftragen zu prüfen, ob es
sinnvoll und wirtschaftlich ist, ein neues Treppenhaus anzubauen.
Dass der Mietwohnungsmarkt längst nicht mehr ausgeglichen ist, zeigt der
wöchentliche Blick in die Tageszeitung unter der Rubrik „Wohnungsgesuche und
Vermietungen“. Die Zahl der Wohnungsangebote übersteigt die der Wohnungsgesuche
um ein Mehrfaches. Erschwerend kommt hinzu, dass am Wohnungsmarkt Tendenzen zu
erkennen sind nach denen es die Menschen verstärkt in die Städte drängt. Damit
die Wohnungen der Gemeinde auch in Zukunft für Mieter interessant bleiben,
halten wir weitere Investitionen und Verbesserungen in unseren vermieteten
Gebäuden für erforderlich. Die CDU-Fraktion beantragt eine Überprüfung der
Gebäude hinsichtlich Heizung, Fenster und Hausdämmung. Eine diesbezügliche
Optimierung wirk sich positiv auf die Wohnnebenkosten, die sich immer mehr zur
zweiten Miete entwickeln, und damit auf die Attraktivität der Wohnungen aus. Bei
Mieteinnahmen der Gemeinde von knapp 100.000€ jährlich ist es vertretbar den
Haushaltsansatz von 10.000€ für Instandhaltung und Sanierung von Wohnungen zu
erhöhen.
Energieeinsparung in öffentlichen Gebäuden
Das Projekt klimafreundliche und energiesparende Schulen hat aufgezeigt, wie
am Beispiel öffentlicher Einrichtungen öffentliche Gelder eingespart werden
können. Im Durchschnitt der am Modellprojekt des Landes Baden-Württemberg
teilgenommenen Schulen konnten rund 10.000 €/Jahr an Kosten für Heizung, Strom
und Wasser eingespart werden. Wir sind zwar der Meinung, dass bisher schon in
den öffentlichen Einrichtungen der Gemeinde mit den entsprechenden Ressourcen
sparsam umgegangen wurde, aber Verbesserungen immer noch möglich sind. Eine
Schlüsselrolle kommt dabei sicherlich den Hausmeistern zu. Diese werden immer
mehr zu Energiemanagern. Wir schlagen deshalb vor, unsere Hausmeister an der von
der Umweltakademie des Landes angebotenen Schulungen in Sachen Energiesparen
teilnehmen zu lassen. Fast 1.000 Hausmeister aus allen Landesteilen wurden
dort schon geschult.
Stauferlandrad- und Wanderweg
Die Verwaltung hat im Haushaltsplanentwurf für die Instandsetzung des Weges
50.000 € eingesetzt. Mit der Bereitstellung eines so relativ hohen Betrages
gehen wir davon aus, dass wo es erforderlich ist, ein vollständig neuer Belag
aufgebracht werden soll. Dies halten wir für angebracht und richtig. In
diesem Zusammenhang beantragt die CDU-Fraktion weitere Belagsarbeiten auf
sanierungsbedürftigen Feldwegen vorzunehmen. Die im vergangenen Jahr begonnene
Instandsetzung soll fortgesetzt werden. Ausreichender Sanierungsbedarf ist
vorhanden. Die Finanzierung könnte über Entnahmen aus der Sonderrücklage
Deponie erfolgen.
Straßenschilder
Festgestellt haben wir, dass vereinzelt die Namen der Straßenschilder nicht
mehr lesbar sind. Wir bitten die Verwaltung, sie gegen neue auszutauschen.
Bepolsterung der Stühle in der Bürenhalle
Bekannt ist die fehlende Bepolsterung der Stühle in der Bürenhalle. Dies wird
von Besuchern der Einrichtung immer wieder beklagt. Wir regen an, nachträglich
eine Bepolsterung der Stühle in der Bürenhalle vorzunehmen und eine verbesserte
Wohlfühlatmosphäre zu schaffen.
Altes Bauhofgebäude und ehemaliges Haus Walburga Kaißer
Seit mehr als einem Jahr ist der Bauhof an der Lorcher Straße bezogen.
Dadurch ist das alte Bauhofgebäude an der Prof.-Kuhn-Straße außer Betrieb. Wir
beantragen, dass der Gemeinderat noch in diesem Jahr eine Entscheidung trifft,
wie es mit den Objekten weitergehen soll. Die derzeitige Situation der beiden
Gebäude ist unbefriedigend. Einer Entscheidung des Gremiums sollte eine
Besichtigung vorausgehen.
Förderung des Streuobstbaus
Seit rund 20 Jahren fördert und unterstützt die Gemeinde Wäschenbeuren den
Streuobstbestand auf unserer Markung. Außer der jährlichen Zahlung von 2 € je
Baum für Erhalt, Pflege und Bewirtschaftungserschwernis hat die Gemeinde immer
mal wieder Pflanzaktionen für hochstämmige Obstbäume unterstützt. Die
CDU-Fraktion regt an, im bevorstehenden Frühjahr wieder eine solche Aktion
durchzuführen, um den überalternden Streuobstbestand auf unserer Markung zu
verjüngen. Wir denken an die Ausgabe altbewährter Sorten gegen eine
Eigenbeteiligung in noch festzulegender Höhe. Die große Bedeutung für Ökologie
und Landschaftsbild ist unbestritten und rechtfertigt unser Ansinnen. In diesem
Zusammenhang weisen wir auf die immer noch unbefriedigende Situation hin, dass
keine Mostobstannahmesammelstelle im Ort vorhanden ist.
Gemeindemitteilungsblatt
Wir regen an, Neubürgern als Willkommensgruß das Gemeindemitteilungsblatt
drei Monate lang unentgeltlich zukommen zu lassen. Neubürgern kann somit die
Integration in die Gemeinde und das Vereinsleben erleichtert werden.
Neuordnung der Hausnummern im Teilort Lindenbronn
Gerne nehmen wir den Wunsch von Bewohnern des Teilortes Lindenbronn auf, das
Hausnummernwirrwarr zu bereinigen. Selbst Einheimische können dort Suchenden –
wenn sie nur Anschrift oder Namen haben – nicht weiterhelfen. Wir bitten die
Verwaltung, sich der Sache anzunehmen und eine Neuordnung in die Wege zu leiten.
Ausweitung der Kinderbetreuung und Schaffung eines
Familienzentrums
Dieses Thema liegt uns sehr am Herzen. Zunächst erneuern wir unseren Antrag
vom vergangenen Herbst auf Ausweitung der Betreuungszeiten für
Kindergartenkinder. Nach wie vor sind wir der Auffassung, dass wir bei den
Betreuungszeiten in unseren Kindergärten im Vergleich zu anderen Gemeinden
Nachholbedarf haben. Wir erwarten, dass spätestens bis zum neuen
Kindergartenjahr mindestens in einer Kindergartengruppe, bei Bedarf auch in
mehreren Gruppen die Betreuungszeiten deutlich ausgeweitet werden. Es ist
nun mal so, dass immer mehr Eltern aus verschiedenen Gründen auf eine berufliche
Tätigkeit angewiesen sind. Wir wiederholen das von uns schon mehrfach
Gesagte, dass Eltern mit Kindern bei der Wahl ihres Wohnortes die Entscheidung
mit davon abhängig machen, welche Betreuungsmöglichkeiten in der Gemeinde
angeboten werden. Das alles reicht uns noch nicht aus. Für die CDU-Fraktion ist
eine vorrangige Familienpolitik eines der Schwerpunktthemen der nächsten Jahre.
Wir fordern bereits in diesem Haushaltsjahr analog zum Bereich beim Rathaus
Planungsmittel für die mittelfristige Umsetzung eines Kinder- und
Familienzentrums bereit zu stellen. Die räumliche Nähe von Schule und
Kindergartenareal bietet eine einmalige Chance. So können eine gemeinsame Mensa,
der Ausbau und die Flexibilisierung in Schule und Kindergarten, die Verbesserung
der Ferienbetreuung, die Betreuung unter Dreijähriger sowie Angebote für junge
Mütter (Spielgruppen) und Familien das Ziel sein. Alle Parteien auf Landes- und
Bundesebene erheben diesbezüglich Forderungen, gesetzliche Auflagen in diesem
Bereich sind nicht mehr unmöglich. Schon heute werden Investitionen auf diesem
Feld mit hohen staatlichen Zuschüssen belohnt.
Verkehrsentwicklung auf der B 297 als auch K 1405
Seit Jahren bemühen sich Abgeordnete, Landkreis und Gemeinde um eine
Verbesserung der Verkehrsbelastung. Alles was bisher von höherer Stelle zu hören
war, ist für alle Betroffenen aber enttäuschend. Nach der Mauteinführung
entwickelt sich der Schwerlastverkehr immer mehr zum Problem. Allenfalls könnten
eine Mautpflicht oder LKW-Fahrverbote des Transitverkehrs einen Beitrag zur
Entspannung der Verkehrssituation leisten. Mit Sorge betrachten wir die neuen
Schnellstraßenanschlüsse an die B 297 in Lorch und an die B 10 bei der Öde in
Göppingen. Beide Baumaßnahmen wurden bereits begonnen. Es ist zu
befürchten, dass nach Abschluss der Maßnahmen mit einer deutlichen Zunahme
des Verkehrs in Wäschenbeuren zu rechnen ist. Überlegungen durch den Ausbau der
Strecke Plochingen – Winterbach über Baltmannsweiler eine Verkehrsentlastung für
unseren Raum zu erreichen, dürfen bezweifelt werden. Uns bleibt nur, die
Entwicklung wachsam zu beobachten. Am Ende könnten wir zu ungewöhnlichen
Maßnahmen greifen müssen, um den Durchgangsverkehr auszubremsen. Denkbar wäre
mehrmals täglich zu den Hauptverkehrszeiten mehrere Autos gestaffelt auf der
Straße zu parken. Auf diese Weise könnten lange Staus und Verdruss beim
Transitverkehr provoziert werden. Das Demonstrationsrecht der Anlieger würde
eine solche Maßnahme rechtlich absichern. Ähnliche Aktionen in anderen Gemeinden
zeigen erste Erfolge. Der LKW-Transitverkehr könnte sich genötigt sehen auf
der Autobahn zu bleiben und längere Wegstrecken in Kauf zu nehmen.
Mittelfristige Finanzplanung
Die vorgeschlagenen Vorhaben im Rahmen der mittelfristigen Finanzplanung
nehmen wir zur Kenntnis wollen sie aber nicht kommentieren da noch nicht
absehbar ist, welche Unwägbarkeiten sich noch ergeben werden.
Abschließend dankt die CDU-Fraktion allen, die in den unterschiedlichsten
Funktionen und Aufgaben für unsere liebens- und lebenswerte Gemeinde ihren
Beitrag im alten Jahr geleistet haben oder in diesem noch leisten werden sehr
herzlich.
Für die CDU-Fraktion,
Erich Hieber, Fraktionsvorsitzender
Stellungnahme der SPD-Fraktion
Sehr geehrter Herr Bürgermeister Vesenmaier, werte Mitglieder der Verwaltung,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
die SPD-Fraktion bedankt sich bei der Gemeindeverwaltung für die
pünktliche Aufstellung des Gemeindehaushalts für das Jahr 2007 und der
Mittelfristigen Finanzplanung für die Jahre 2008 bis 2010. Sie ist damit
einverstanden und erklärt sich bereit, an der Umsetzung dieser
Pläne nach Kräften mitzuwirken.
So könnte die Stellungnahme der SPD-Fraktion aussehen, denn die von der
Gemeindeverwaltung im Haushaltsentwurf vorgestellten Projekte
entsprechen inhaltlich und in der vorgegebenen Reihenfolge
unseren Vorstellungen von der Weiterentwicklung der Gemeinde. Damit
wäre die diesjährige Stellungnahme unserer Fraktion schon
abgeschlossen, und wir könnten uns für dieses ungewöhnlich kurze
Statement selbst auf die Schulter klopfen. Doch geht es nicht ganz so: Zum
ersten drängt unsere Fraktion auf Wiedervorlage bzw. Umsetzung
von in den letzten Jahren beschlossenen Anträgen, zum
zweiten will die Fraktion da und dort bei vorgeschlagenen und von uns
gutgeheißenen Maßnahmen an dieser und jener Schraube drehen
und dies bereits jetzt kundtun, und zum dritten haben wir auch
noch verschiedene Vorschläge, alte wie neue, die bisher
nicht in die Haushaltspläne und die Wäschenbeurener
Gemeindepolitik eingegangen sind.
Grundsätzlich einverstanden sind wir mit der von der Verwaltung
ausgegebenen Parole, das Jahr 2007 zum "Planungsjahr"
auszurufen und einen Großteil des erfreulicherweise zur Verfügung stehenden
Geldes nicht auszugeben, sondern auf die hohe Kante zu legen und der
Allgemeinen Rücklage zuzuführen, so dass die Projekte der kommenden Jahre
ohne die Aufnahme von Krediten finanziert werden können und die einmalig
niedrige Pro-Kopf-Verschuldung der Bürger der Gemeinde bestehen
bleiben kann. Wir sind auch der Meinung der Verwaltung, dass bei dem Stand
der Aufgabenerfüllung, den wir erreicht haben, nicht weiter so
Gas gegeben werden muss, doch wollen wir auch nicht, dass nun
urplötzlich die Bremse "reingehauen" wird. Es gibt schon
noch einiges zu tun, auch ist es so, dass jede Zeit Aufgaben, an die
man bisher nicht dachte, hervorbringt. Ein bisschen Atemholen tut aber
auf jeden Fall gut, Atemholen und darüber nachdenken, wohin die Reise gehen
soll.
Die Planungen sollen 2007 eingeleitet werden für die Erschließung des
Baugebiets "Heuhof", für die Umgestaltung des Quartiers
Manfred-Wörner-Platz und für die Umgestaltung von Friedhof und
Aussegnungshalle, die dann 2008 bzw. 2009 verwirklicht werden
können. Auch sind für 2009 Umgestaltungsmaßnahmen im
Bereich der B 297/ K 1405 ins Auge gefasst, die vorausbedacht
sein müssen.
Baugebiet Heuhof
Das geplante kleine Baugebiet liegt zwar an der östlichen Peripherie von
Wäschenbeuren, muss aber weniger als Erweiterung sondern als Abrundung
des Siedlungsbereichs angesehen werden. Auch in Zukunft sollten, bei von uns
auch begrüßter restriktiver Praxis, kleine Abrundungen noch möglich sein.
Nach wie vor wollen wir Bauland für bauwillige Wäschenbeurener und in einem
gewissen Maße auch für Auswärtige bereithalten. Immer wichtiger wird in
Zukunft aber die Erschließung von Baulücken im Ort und die
Bereitstellung von modernisiertem Wohnraum in nicht mehr
genutzten landwirtschaftlichen Gebäuden werden.
Wäschenbeuren ist eine junge Gemeinde und will eine junge Gemeinde bleiben.
Daher wollen wir für junge Familien mit Kindern attraktiv bleiben. Dazu
wird auch gehören, dass ihnen ein finanzieller Bonus beim
Bauplatzerwerb eingeräumt wird.
Manfred-Wörner-Platz
Bei diesem Projekt geht es um die im Gemeindebesitz befindlichen Gebäude des
"Mesmerbeck" und das ehemals landwirtschaftliche Anwesen von Arthur Wahl.
Durchaus denkbar und nicht einmal so schlecht wäre es, wenn beide Häuser
mit einem gewissen Aufwand hergerichtet und modernisiert und dann
vermietet würden. Das vertraute Bild bliebe erhalten. Doch stehen Gelder
des Landes bereit für diese Sanierungsmaßnahme, und sie sollen auch
abgerufen werden. Auch bietet sich die Chance für die Gemeinde,
dieses wichtige "Quartier" aufzuwerten und an dieser Stelle Einrichtungen
zu schaffen, die im Ort gebraucht und gewünscht sind. Um es konkreter
zu sagen: Eigentums- bzw. bezahlbare Mietwohnungen, vielleicht auch
Seniorenwohnungen im einen Haus, ein Café und eine Ortsbücherei im
anderen Gebäude. Planer brauchen Vorgaben, deswegen ist es dringend
geboten, darüber, was an dieser Stelle entstehen soll, in einen
Diskussionsprozess einzutreten, der mit einem breiten Konsens abgeschlossen
werden sollte. Mit in die Diskussion einbezogen werden sollte die Frage, ob
das Haus "Mesmerbeck", als zumindest ortshistorisch bedeutsames
Gebäude erhalten und in die Gesamtkonzeption einbezogen werden kann.
Aussegnungshalle und Friedhof
Friedhof und Aussegnungshalle sollten nicht nur einer Schönheitskur
unterzogen, vielmehr sollten strukturelle Verbesserungen angestrebt
werden. werden. Die Aussegnungshalle sollte noch mehr
Leuten Platz bieten, im Winter beheizbar sein, auch sollten die
als nicht mehr zeitgemäß empfundenen garagentorartigen Zugänge
zum Gebäude durch eine gestalterisch bessere Lösung ersetzt werden.
Auch der Friedhof selbst soll in die Umgestaltung mit einbezogen
werden: Da gibt es die sanierungsbedürftige, mehr als 150 Jahre alte
Friedhofsmauer, die aus Wäschenbeurener "gelben" Steinen bestehend, vor
sich hinbröselt. Eine passende Bepflanzung für den derzeit nach der
Abholzung der alten Lebensbäume etwas "kahl" daliegenden Friedhofs ist
geboten. Platz für neue Begräbnisformen wie Urnenwand und anonyme
Bestattung soll geschaffen werden. Vielleicht gibt es auch
eine Lösung für die unebenen Betonplattenwege, die sich
immer wieder als Stolperfallen erweisen.
Umbaumaßnahmen im Bereich B 297/ K 1405
Realistischerweise muss gesehen werden, dass eine Wäschenbeurener
Lösung für die Durchgangsverkehrsproblematik - sprich eine
Umgehungsstraße - kurz- bis mittelfristig nicht realisiert werden
kann. Zum einen gibt es nicht unerhebliche Widerstände in den von einer
Umfahrung betroffenen Wohngebieten, zum zweiten würden die
Nachbargemeinden Birenbach, Rechberghausen und
Göppingen sich gegen eine Maßnahme stellen, die ihnen keine
Entlastung, womöglich aber noch mehr Verkehr in ihre
Ortsbereiche bringen würde. Zum dritten sieht die Planung der
Region keine Möglichkeit, in diesem Bereich eine leistungsfähige
Verbindung zwischen Rems- und Filstal zu schaffen, die alle Orte
umfährt und alle Kommunen zufriedenstellt. Favorisiert wird derzeit
eine Verbindung von Winterbach über Hohengehren zum
Plochinger Kreuz, die auf den Schurwaldhöhen schon ausgebaut ist und
Ortsumfahrungen aufweist. Zum vierten ist derzeit
auch mit keinem Zuschuss für ein derartiges Ortsumfahrungsprojekt zu
rechnen. Es wäre aber falsch, den zunehmenden Verkehr zu beklagen und die Hände
untätig in den Schoß zu legen. Es geht darum, durch geeignete
Umbaumaßnahmen den Verkehr in unserem Ortsbereich langsamer
und damit noch sicherer zu machen. Da sind natürlich die
Fachleute gefragt, die für uns Vorschläge erarbeiten sollen. Um die
Strecke insgesamt für den Transitverkehr von großen Lastzügen weniger attraktiv
zu machen, sollte der Umbau nicht nur die Wäschenbeurener
Ortsdurchfahrt erfassen. In Zusammenarbeit mit den
Nachbargemeinden sollte eine Lösung für die ganze Strecke angestrebt
werden.
Das waren nun die vorgeschlagenen Projekte der Verwaltung, die
Niederschlag im Haushaltsentwurf 2007 und der Mittelfristigen
Finanzplanung 2008 bis 2010 gefunden haben.
Es sollte, nach unserer Auffassung auch noch geprüft werden, ob nicht im
Zuge des von uns allen gewünschten Ausbaus der Stauferschule
zur Ganztagesschule, auch bei Berücksichtigung des
Schülerrückgangs und der damit verbundenen Freiwerdung von
Klassenzimmern, nicht auch noch bauliche Maßnahmen, wie zum
Beispiel der Bau einer Mensa, notwendig werden. Bekanntlich gibt es
Zuschüsse für derartige Baumaßnahmen, die wir uns nicht entgehen
lassen sollten. Was eine Ganztagesschule im vollen Ausbauzustand alles
benötigt, ist uns nicht bekannt. Wir schlagen deshalb vor, eine
mustergültige Ganztagesschule zu besichtigen und
Informationen einzuholen. Bei dieser Gelegenheit wollen wir auch
darauf hinweisen, dass in der Stauferschule wieder Renovierungen anstehen.
So befindet sich im Technikraum eine total veraltete Absauganlage, auch die
Toiletten sind sanierungsbedürftig.
Bei einem Rückbau der Ortsdurchfahrt könnte auch, in einem Aufwasch, der
Rückbau der Ringstraße durchgeführt werden. Die Ringstraße sollte
bekanntlich, so sah es die "größenwahnsinnige" Verkehrskonzeption der
siebziger Jahre vor, den innerörtlichen Verkehr verringern helfen, indem er
am nördlichen und westlichen Ortsrand um das Dorf herumgeführt und im
Endausbau auf der Höhe des "Wiesentals" in die Bundesstraße eingespeist
werden sollte. Die überbreite Ringstraße erinnert noch an diese schon lange
aufgegebene Konzeption. Der kostengünstige Rückbau auf ein Normalmaß,
vielleicht auch nur die Schaffung von dauerhaften Pflanzbeeten, ist
überfällig. Dieser Rückbau wurde von unserer Fraktion schon vor
längerer Zeit einmal gefordert, stieß aber damals auf taube Ohren im
Gemeinderat. Dass der Bürgermeister an dieser Straße wohnt,
sollte kein Hinderungsgrund sein.
Auch sollte wieder einmal der Blick auf die Gewerbegebiete "Wiesental" und
"Wilmet" gerichtet werden. Mittelfristig werden sicher wieder
Gewerbeplätze gefragt sein, deshalb sollte im "Planungsjahr" eine
vorausschauende Planung betrieben werden. Das Thema sollte also wieder auf
die Tagesordnung des Gemeinderats kommen. Wir wollen erfahren,
wie der Stand der Dinge im "Wiesental" ist, und darüber nachdenken,
wie es in der "Wilmet" eines Tages weitergehen soll. In einem Jahr ohne
Großereignisse der bürgerlichen Gemeinde, hohen Besuch,
Einweihungshektik und Bürgermeisterwahl könnte der Blick auch auf
die Wäschenbeurener Betriebe gerichtet werden. Noch nie hat der Gemeinderat,
unseres Wissens, einen Betrieb im Ort besichtigt.
Zu den Zukunftsaufgaben zählen wir auch das Viertel hinter dem
Katholischen Gemeindehaus beim Schulzenbauern. Hier stehen mehrere alte
Gebäude, die den verhängnisvollen Brand vom 19. April 1945 heil
überstanden. Es ist das letzte erhaltene Gebäudeensemble von
Alt-Wäschenbeuren. Man sollte sich Gedanken machen, wie man den Besitzern bei
der Renovierung und Modernisierung und natürlich auch beim
Herausputzen ihrer Häuser helfen kann. Ob durch Aufnahme in ein
Sanierungsprogramm des Landes, ob durch ein Gemeindeprogramm, es wäre
wünschenswert, wenn in diesem Bereich etwas in Bewegung gebracht
werden könnte.
Auch wollen wir, wie bereits angedeutet, Anträge und Anregungen der letzten
Jahre aufgreifen, die noch nicht in die Tat umgesetzt sind, die unsere
Gemeinde wieder um einen kleinen Schritt voranbringen bzw. das
Gemeindeleben bereichern würden. Wir hören nicht auf zu bohren, denn die
Politik, sicher auch die Kommunalpolitik, besteht im
Wesentlichen nach Meinung des Gelehrten Max Weber, im Bohren dicker
Bretter.
- Immer wieder - jedes Jahr oder alle zwei Jahre - können wir uns eine
besondere Kulturveranstaltung mit auswärtigen Künstlern in
Wäschenbeuren vorstellen. Die Veranstaltung mit Uli Keuler war eine
ermutigender Beginn. Weitere könnten folgen. Ich werde von Bürgern immer wieder
auf dieses Thema, verbunden mit konkreten Vorschlägen, angesprochen. Ich bin
gerne dazu bereit, die Verwaltung dabei zu beraten und zu
unterstützen.
- Seit Jahren gibt es, auf unseren Antrag hin, im Verwaltungshaushalt
einen Posten von 2 500 Euro für Naturpflegemaßnahmen. Die
Jahresrechnung 2005 zeigt, dass davon nur 156 Euro ausgegeben wurden. Wir
schätzen und lieben die Schönheit unserer Natur, doch wissen wir auch, dass es
Plätze und Ecken gibt, die verbesserungswürdig sind. Jahr für
Jahr sollte beraten werden, wofür dieses Geld ausgegeben wird. Ein Fachmann
sollte dabei hinzugezogen werden.
- Verbunden mit der Modernisierung und baulichen Erweiterung des
Rathauses wurde auch die Idee geboren, kleinere kulturelle Veranstaltungen
wie Lesungen, Konzerte, Ausstellungen im um den Eingangsbereich
vergrößerten Sitzungssaal durchzuführen. Letztes Jahr kam die Idee mit
einer Hobbykünstlerausstellung auf. Die letzte hat vor 16 Jahren
anlässlich des 500-jährigen Jubiläums der Wappenverleihung und des Marktrechts
in Wäschenbeuren stattgefunden. Dafür würde sich das Rathaus eignen,
das mit Schienen für die Aufhängung von Bildern ausgestattet ist. Die
"Künstler" würden ganz sicher die Ausstellung selber aufbauen, die Gemeinde
hätte für die Werbung im Mitteilungsblatt und für die Vernissage zu sorgen.
- Der rekultivierte Teil der Erddeponie bedarf einer erkennbaren,
charakteristischen Bepflanzung. Vom Weg aus sichtbar ist bisher nur eine
große Wiese. Es bietet sich hier die Chance, eine Baum- und Heckenlandschaft wie
auf der Nordseite des Tälchens zu schaffen. Gelder hierfür können der
Sonderrücklage "Deponie" entnommen werden.
- Der Jugendraum im Rathaus sollte wieder aus seinem
Dornröschenschlaf geholt werden. Erste Sitzungen haben stattgefunden,
in denen es um eine Konzeption für die offene Jugendarbeit in Wäschenbeuren
ging. Auch das Gespräch mit Jugendlichen wurde gesucht, um ihre Vorstellungen
auszuloten. Eines muss klar sein: Es geht nicht nur mit
Ehrenamtlichen, professionelle Hilfe muss "eingekauft"
werden.
- Ganz in Vergessenheit ist geraten, dass beim Beschluss der Halbierung
des Jagdpachterlöses - eine Hälfte Landwirtschaftlicher
Ortsverein, die andere Hälfte die Gemeinde zur Unterhaltung des
Feldwegenetzes - vereinbart wurde, dass der Landwirtschaftliche
Ortsverein jährlich darüber Bericht erstattet, wie das Geld
verwendet wird. Daran wollen wir wieder erinnern.
- Im vergangenen Jahr wurden mit einem 100 000-Euro-Programm die
örtlichen Spielplätze saniert und modernisiert. Auch der
Waldspielplatz im "Eichenen Wasen" wurde neu gestaltet. Auf eine
Sanierung wartet noch der Spielplatz am Sonderbachsee.
Besonders die Feuerstelle befindet sich dort in einem schlechten Zustand,
doch auch die in die Jahre gekommenen Spielgeräte aus Holz sollten
einer Prüfung unterzogen werden.
- Die Freifläche beim Bahnhof zwischen Siedlungstraße und Radweg
sollte langfristig erhalten bleiben und keiner Bebauung zugeführt werden.
Seit einigen Jahren nutzt sie der Musikverein für sein Lichterfest und
einen Flohmarkt. Durch weitere Pflanzung von Laubbäumen -
Eiche, Linde, Buche - könnte der teilweise schon bestehende
Parkcharakter unterstrichen werden.
- Wohl wissend, dass die CDU-Fraktion einen Antrag zu diesem Thema
gestellt hat, greifen wir, diesen Antrag bekräftigend, auch das Thema
Ganztageskindergartengruppe auf. Bereits bei unserer
Stellungnahme zum Haushalt vor einem Jahr haben wir auf dieses Zukunftsthema
hingewiesen. Wir sollten in einer der sechs Wäschenbeurener Kindergartengruppen
die Möglichkeit schaffen, die Kinder ganztägig unterzubringen, um dem, wie
wir meinen, zunehmenden Bedarf gerecht zu werden.
- Bei der noch im alten Jahr stattgefundenen Debatte über das neue
Volkshochschulprogramm wurde von unserer Seite angeregt,
Angebote für Kinder und Jugendliche wie den Jongleurkurs nicht im
Volkshochschul- sondern im Schülerferienprogramm anzubieten.
Wir befürchten, dass die Volkshochschulgebühren abschreckend wirken, und
sich nicht genügend Kinder melden bzw. nur Kinder von Betuchteren daran
teilnehmen können. Wir sind der Meinung, dass fürs Schülerferienprogramm
etwas mehr Geld ausgegeben werden könnte (Bisher ist der Zuschussbedarf 500
Euro.), und attraktive Angebote wie das genannte höher subventioniert
werden sollten.
Abschließend möchte ich die Hoffnung aussprechen, dass das neue Jahr wieder
ein gutes Jahr für unsere Gemeinde wird, dass uns die guten Ideen und das Geld
nicht ausgehen, dass der neue/alte Bürgermeister wie bisher sich für die
Gemeinde abrackert, dass alle Verantwortlichen an einem Strang ziehen und
sich genügend Ehrenamtliche finden, die den Karren in Vereinen, Gruppen und
in der Feuerwehr weiter ziehen. Neue Betätigungsfelder tun sich für
Ehrenamtliche auf in Ganztagesschule, in Jugendarbeit und Altenbetreuung.
Ideal wäre es, wenn viele rüstige Senioren ihr Wissen, Können und ihre
Lebenserfahrung an die junge Generation weitergeben könnten.
Doch kommen wir nicht umhin, auch Profis einzustellen, um unser
gemeinschaftliches Leben weiter zu beleben, um vor allem etwas für
unserere Kinder und Jugendlichen, damit für unsere Zukunft, zu tun. Wir
haben die Vision von einem Sportlehrer, Erlebnispädagogen und
Sozialarbeiter, der beispielsweise am frühen Nachmittag interessante
sportliche Angebote in der Bürenhalle für die Ganztagesschüler
der Stauferschule macht, von 16 bis 18 Uhr die Bücherei betreibt und an
manchen Abenden den Jugendraum der Gemeinde öffnet und dort
Ansprechpartner, vielleicht auch ein bisschen Animator, für die
Jugendlichen ist. Im Tierreich gibt es keine "Eier legende Wollmilchsau", doch
menschliche Allround-Könner sind nicht selten. Wir wissen, dass diese
Vision jetzt noch nicht auf die von uns erhoffte Gegenliebe stößt.
Doch wir wissen auch: Nichts ist mächtiger als ein Gedanke, dessen Zeit
gekommen ist. Diese Zeit wird kommen.
Für die SPD-Gemeinderatsfraktion
Peter Schührer
Fraktionsvorsitzender
Stellungnahme der Freien Wählervereinigung
Sehr geehrter Herr Bürgermeister, liebe Kolleginnen und Kollegen,
Früh in diesem Jahr sind wir in der Lage das Zahlenwerk der Verwaltung
zu durchleuchten und Vorschläge, Ergänzungen und soweit nötig
kritische Anmerkungen zu machen. Wir hoffen, dass der Volkshochschulbeitrag
„seriöse Astrologie“ nicht eine Vorbereitung für spätere Haushaltspläne ist und
die tibetanischen Religionsmandalas dann beruhigend auf uns
wirken sollen. Wenn der jetzige Aufschwung aufgrund Reformunfähigkeit der großen
Koalition- und der zusätzlichen Steuerschraubenmentalität der
planwirtschaftlich denkenden Politiker – allen voran die Gesundheits- Ulla,
in einem großen schwarzen Loch verschwindet. Mars und Uranus im Haus zum Gruß –
oh lieber Herrgott wie haben dich die Leute besch... frei nach Felix Huby.
Wo wir sparen und Gebühren senken, da wird in Berlin fröhlich erhöht, Lügen
heißt politisch heute anpassen, stehlen ist neudeutsch umverteilen. Wo
bleibt in der modernen Gesellschaft des christlichen Abendlandes die Basis
der 10 Gebote Verantwortung für den Nächsten übernehmen – die viele hundert
Jahre Völker und Gesellschaften zusammenhielt.
Der Verwaltung von Wäschenbeuren danken wir für die gute Planung und
das Wirtschaften mit begrenzten Mitteln zum Wohle der gesamten Bürgerschaft,
die in einem angenehmen Umfeld leben darf. Sicherlich steckte viel
Herzblut und Arbeit im Finanzplan fürs kommende Jahr, für die nahe
Zukunft, mit Weitsicht gepaart.
Danken wollen wir aber auch denen, die in der Schule, bei der Feuerwehr, als
Bauhofmitarbeiter, als Kindererzieherin und als ehrenamtliche
Nachbarschaftshelfer, Leiter und Vorstände, für Jung und Alt Angebote
aufbauen und unterhalten. Vereine, Sport, Musik Kirchen, soziale Dienste
und viele andere Gruppen, die das kulturelle Leben des Ortes bilden, sind
geprägt von christlicher Nächstenliebe, die Menschen treibt für Mitmenschen sich
einzusetzen.
Nun zum Haushalt 2007 und dem mittelfristigen Ausblick unserer Verwaltung
:
Wir haben deutlich das Flehen des Bürgermeisters gehört, keine Ausgaben mit
Folgekosten zu fordern. Wir wollen es versuchen.
Höchste Priorität für uns und viele Bürger hat die ortsnahe B297 Umgehung im
Westen – weil es die günstigste Variante sein würde. Die Bürger sollen an
der baldigen Diskussion beteilig werden. Der Ostalbkreis hat inzwischen viele
Ortsumgehungen z.T. bei kleineren Orten. Warum soll die Gemeinde
Wäschenbeuren zurückstehen beim Kampf gegen Ruß, Lärm, Feinstaub,
von Asbeststaub und Benzol ganz zu schweigen. Verdächtig einmütig sind die
Abwiegelungen von überörtlichen Stellen, wenn es um die Schwerlaster- und Pkw
Kolonnen durch den Ort geht. Fachleute prophezeien schon seit Jahren eine
Zunahme der Brummis – die offiziellen Stellen sagen es wäre weniger geworden.
Tatsächlich gibt es immer häufiger Karawanen von 40 Tonnen schweren
5 und sechsachsigen Ungetümen die durch Wäschenbeurens Häuserschluchten und über
die abgesunkenen Schachdeckel jagen. Mehrfach am Tage am Marktplatz nicht mehr
anhalten können und bei Rot über die Fußgängerüberwege rauschen. Ihre
Ausdünstungen sind in Wäschenbeuren so giftig wie in der Landeshauptstadt. Wir
möchten alle Beuremer aufrufen, sich an der machbaren Umsetzung zu
beteiligen. Den Heubeundbewohnern sei in ihre Unterschriftenliste geschrieben
- die angedachte Trasse ist hinter dem Galgenberg weiter weg als gedacht.
Auch Ihre Kinder müssen die gefährliche Hauptstraße queren! Jetzt fließt
gerade das Mautgeld, das müssen wir anzapfen für mehr Sicherheit und
Lebensqualität im Ort.
Für Senioren wurde Gutes umgesetzt mit dem Pflegeheim. Kleinkinder,
Schulkinder, Kinder berufstätiger Eltern sind und werden bald auf gutem
Niveau in Schule, Kindergärten versorgt. Für die Freizeit sind Sport- und
Spielplätze up to date. Jetzt sollten wir den giftigen, lauten und
gefährdenden Schwerverkehr aus dem Ort bekommen, damit sich die Ortsmitte wieder
lebenswerter gestalten lässt. Dabei sollte uns die B10 Planung mit dem
Streit um den Verlauf eine Lehre sein wie man sinnvolle Projekte zerreden
kann. Die B10 wird an der Öde und Pfingstwasen verkehrsgünstiger an die B297
angeschlossen, der Transit in Rechberghausen ist für Brummis schneller und bald
auch in Lorch durch die Anbindung an die B 29. Dabei verstehen wir nicht die
nachbarschaftlichen Anmerkungen, dass eine Ortsumgehung mehr Verkehr verursache.
Wir brauchen jetzt eine kleine Dusche aus dem
GVFG(Gemeind.Verkehrsförd.Gesetz) für unsere Ortsumgehung.
Die Ganztagesbetreuung der Kleinen und Kleinsten ist ein weiteres Thema, dem
wir mit geteiltem Herzen uns widmen wollen. Erziehung der ersten Jahre prägt
Kinder- diese erste Erziehung sollte in der Hand der Familie bleiben. Traurig
stimmt es, dass unsere Gesellschaft nicht in der Lage ist, Müttern eine Basis zu
bieten, dass Kinder aufziehen wieder eine Freude und keine hektische
Brutpflege sein muss, mit oft knappsten Mitteln. Kinder in dieser Altersstufe
brauchen die Symbiose mit der Mutter – die emotionale Nabelschnur ist viel
länger nötig, als wir oft in der Geschäftigkeit zulassen. Wir sind für das
Tagesmutterkonzept das scheint das interessanteste zu sein mit der besten
Beziehungsmöglichkeit fürs Kind außerhalb der Familie.
Nachdem das Pflegeheim gut gestartet ist, ortsprägend liegt und auch von den
Senioren gerne angenommen wird, ist bei der Überplanung des Manfred Wörner
Platzes Aufmerksamkeit gefordert und auf breiter Basis die Weiterentwicklung zu
diskutieren. Wir könnten uns in diesem Komplex noch betreute Seniorenwohnungen
mit Anbindung an das Kardinal Kasper Heim vorstellen. Die Bibliothek von der SPD
oft gefordert und das von allen angedachte Bistro/ Kaffee sind wichtige Aspekte
und sollten auf Machbarkeit geprüft werden.
Dauerthema ist der Friedhof und seine Neugestaltung. Wir könnten uns
vorstellen, die „Rohplanung und Pflanzaktivitäten als Ersatz für Auslichtung im
Herbst 2007 und eine mögliche Erweiterung der Aussegnungshalle mit Heizung
im Jahr 2008 vorstellen. Dabei sollte das Thema Grabkammern noch
einmal aufgegriffen werden, um das Problem des Absinkens der Gräber und unebenen
Wege endgültig und langfristig zu beheben.
Unsern Kompostplatz wollen wir unbedingt erhalten – wir sind eine weitläufige
Gemeinde mit vielen Grünzügen – das macht Grünmüll, der entsorgt werden
muss.
Wir würden auch gerne die Mountainbike Strecke sehen, die ein geordnetes
Radfahren in einer begrenzten Naturregion für die Jugendlichen ermöglicht, das
ungeordnete Fahren durch die Wälder reduziert. Wichtig ist die Sanierung des
Stauferradweges, damit auch die Ortsansässigen wieder spazieren gehen oder
Radwandern können ohne befürchten zu müssen, in einer Spalte zu versinken.
Vielleicht kann hier ein Freundeskreis in den beteiligten Gemeinden in Zukunft
Lobbyarbeit machen und kleinere Reparaturen übernehmen bzw. Spendensammeln,
damit diese außergewöhnlich schöne Trasse erhalten bleibt für Ruß- und
benzolfreies Radfahren. Gesundheit hat ihren Preis.
Fragen und Anmerkungen zu Details im Haushalt:
Wir freuen uns über höhere Einnahmen – haben mehr Grundstücke verkauft, warum
ist die gleiche Grundsteuer auf der Einnahmenseite? Woraus resultiert der
Fehlbetrag der Wasserversorgung, wir haben doch Wasserverluste eingedämmt. Wir
freuen uns über die Zinsen unserer Reserven. Wegen der drohenden Erhöhung der
Kreisumlage in Zukunft sind wir besorgt: Aufgabenverteilung von Bund und Land
auf die Gemeinden und Städte wirken darin fort. Es werden immer wieder Aufgaben
geschaffen ohne gesicherte Finanzierung. Zur Transparenz der Kosten in der
Gemeinde ist die Kostenartenrechnung hilfreich, damit Gemeinderat und Bürger der
Kostenentstehung auch realistisch bewerten und überprüfen können. Ein Lob für
die schon jahrelang geübte Praxis an die Verwaltung von Wäschenbeuren.
Sanierung Wohngebäude:
Das Treppenhaus in der Hetzengasse (Singerhaus) sollte vor Vermietung der
großen Wohnung verbessert werden – es ist einfach unzumutbar und gefährlich! Ein
privater Vermieter dürfte so etwas nicht anbieten. Wir regen auch die
Veräußerung des alten Bauhofes an. Die Gemeinde benötigt dieses Gebäude nicht
mehr und müsste bald sanieren.
Neben den Geräten für den Bauhof regen wir auch eine Rücklage für ein neues
Fahrzeug der Feuerwehr an, das betagte, alte ist zwar sehr gut gepflegt aber
eben veraltet. Die Planungen für den Heuhof und andere anvisierte baulichen
Veränderungen in der Ortsmitte tragen wir mit. Sie werden das Ortsbild weiter
verbessern, Lücken schließen.
Schlussendlich möchte ich für die Zusammenarbeit mit Verwaltung und den
Kolleginnen und Kollegen des Gemeinderates danken – für die fairen Diskussionen
und den gegenseitigen Respekt. Die Presse soll auch lobend erwähnt werden für
die Begleitung der Entwicklung und den Diskussionen um und von
Wäschenbeuren in Wort und Bild.
Für die Freie Wählervereinigung
Dr. Sigfrid Mahl
Fraktionsvorsitzender