Name des Ortes
Woher stammt der Name Wäschenbeuren? Nun, wir müssen
darauf hinweisen, dass wir auch nicht so genau wissen, ob in alten
Sagen nicht doch oft ein Körnchen Wahrheit enthalten ist. Der
Legende nach hätte der Name unseres Heimatortes dann einen
besonderen Ursprung. Folgt man der Sage, so wäre nämlich in
Wäschenbeuren die “Hofwäsche” der Hohenstaufen gewesen. Kaiser
Barbarossa gar selbst habe sich - so die Legende - damals aus all
den schönen Wäscherinnen eine Geliebte ausgesucht und ihr aus Liebe
schließlich die Wäscherburg geschenkt.
Nun, wer mag daran zweifeln, dass es auch heute noch
in Wäschenbeuren schöne Frauen gibt. Andererseits aber sollte man
gewissen Dingen ohnehin nicht so genau auf den Grund gehen!
Nach oben
Wappen
Absolut sicher wissen wir, dass das Wäschenbeurener
Wappen mit der abgebildeten Wäscherin der Gemeinde am 14. April des
Jahres 1491 verliehen worden ist. Das Original des Wappenbriefes
ist leider beim großen Brand im Jahre 1945 im Rathaus vernichtet
worden. Eine wortgetreue Abschrift von Studienrat Rettenmaier aus
Schwäbisch Gmünd im Jahre 1942 angefertigt, ist erst in jüngster
Zeit wieder aufgefunden worden.
Nach oben
Nun der Reihe nach ...

Die Wäschenbeurener Geschichte fängt ja bereits etwas früher als mit der Verleihung
des Wappenbriefes an, wobei wir in den wohl noch lange andauernden
Gelehrtenstreit, ob der Ort “Büren” nun wirklich der Stammsitz der
Hohenstaufen ist, nicht eingreifen wollen. Auch weiß wohl niemand so ganz
genau, wo die ursprüngliche Stammburg gelegen haben könnte.
Fest steht, dass um 1050 ein Friedrich von Büren in der Geschichte erscheint. Im
Kunsthistorischen Wanderführer Württemberg-Hohenzollern finden wir die
folgende Notiz, bei deren Zitat wir es im Hinblick auf den Ursprung von Wäschenbeuren
bewenden lassen wollen: “Als Friedrich von Büren 1079 mit dem Herzogtum
Schwaben belehnt wurde, verlegte er seinen Sitz - der zuvor vielleicht auf dem
Burren bei Wäschenbeuren lag - hierher und in der Folge nannte sich sein
Geschlecht nach der Burg...”.
Wir haben es hier also mit den “Herren von Büren” zu tun.
Untrennbar mit dem Ort und seiner Geschichte verbunden, Kleinod und Besonderheit zugleich,
ist also das Wäscherschloss. “Am
besten erhaltene staufische Burganlage im Landkreis” belehrt uns das Buch
“Stauferstädte in Baden-Württemberg”.
Eigentlich ist das “Schlössle”,
wie es im Volksmund liebevoll genannt wird, ja eine “Wäscherburg”. Aber -
Bezeichnung hin oder her - auch die “Beuremer” sind Schwaben und “Wäscherschlössle”
klingt nun eben doch allemal besser als “Wäscherbürgle”.
Das Wäscherschloss
ist das älteste erhaltene Gebäude des ehemaligen Rittergutes.
Josef Kleinknecht,
Autor des Heimatbuches aus dem Jahre 1979, vermutet, dass Konrad der Wascher es
im Jahre 1271, wahrscheinlich in vernachlässigtem Zustand angetroffen hat und
es nur kurz bewohnte (eine Kopie der Übergabeurkunde ist im Besitz der Gemeinde
und liegt im Hauptstaatsarchiv Stuttgart). Danach wurde es Verwaltungssitz und
Herberge der Vögte des Rittergutes bis schließlich im Jahre 1588 das Amtshaus
erbaut wurde, das heute noch den Markplatz ziert.
Da sich die Gelehrten über die Baugeschichte der Burg nach wie vor die Köpfe zerbrechen, können
wir auch hier keine eindeutige Auskunft geben.
Der Typus der
Burg weist in die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts, vielleicht noch in das 12.
Jahrhundert zurück. Wir wissen, dass während des Städtekrieges im Jahre 1377
Teile der Burg zerstört wurden. Die Bezeichnung “Weschenburg” kommt
erstmalig um 1380 vor, als ein Konrad von Weschenburg in den Urkunden genannt
wird, zuvor ist stets von der “Burg Büren” die Rede.
Nach oben
Aus
staufischem Nachlass und Lorcher
Klosterbesitz entstand später das Rittergut Wäschenbeuren. “Konrad der
Wascher”, ein spätstaufischer Dienstmann, erwarb 1271 - wie an anderer Stelle
bereits ausgeführt - auf dem Tauschweg vom Kloster Lorch
ein Landgut (in der Urkunde “Mansus in Buron” bezeichnet) und übernahm
damit den Besitz Büren in der früheren Herrschaft Büren.
Im Jahre
1390 war der Ortsname Grundlage für eine Erweiterung des Familiennamens des
damaligen Besitzers Konrad von Rechberg. Er nannte sich fortan “Herr Konrad
von Rechberg zu Weschenburg”.
Als ein
sogenanntes “Schwabenlehen” - das einzige im Raum Göppingen - übergab Veit
von Rechberg zu Staufeneck “sein Beuren” im Jahre 1465 an Herzog Sigismund
von Österreich. Nun gehörte es zum Österreichischen Lehenshof in Innsbruck.
Unbehelligt blieben Ort und Wäscherschloss
offenbar im Bauernkrieg, als im Jahre 1525 der “Gaildorfer Bauernhaufen”
einzog.
Das Amtshaus am Wäschenbeurener Marktplatz ist auch heute noch ein schöner
und markanter Blickfang. Es
wurde von den Herren von Rechberg zu Staufeneck im Jahre 1588
erbaut. Eine Linie, die 1599 ausstarb, wodurch das “Schwabenlehen” wieder
an den Österreichischen Lehenshof in Innsbruck zurückfiel. Dieser teilte es
auf und das Lehen fiel zu je einer Hälfte an den Kaiserlichen Rat und
Reichspfennigmeister Zacharias Geizkofler und den Reichshofrat Bartholomäus
Bezz Freiherr von Ulrichskirchen und Altspaur.
Das
“Rittergut Wäschenbeuren” hatte dann bis zum Jahre 1805 noch eine
wechselvolle Geschichte vor sich. In diesem Jahr verlor es seine Souveränität
und es erfolgte der Übergang in die Staatshoheit Württemberg. Die Besitzrechte
verblieben bei den bisherigen Lehensinhabern. Ein Rentamtmann übernahm die
Verwaltung. Wäschenbeuren wurde im Jahre 1806 dem Oberamt Göppingen zugeteilt,
1810 dem Oberamt Lorch und schließlich gehörte er ab 1820 über 100 Jahre lang
zum Oberamt Welzheim. Die letzten Inhaber des Ritterguts waren Rudolf Freiherr
von Freyberg auf Haldenwang und Joseph Thaddäus Graf von Thurn und Taxis auf
Neuhaus, welche es im Jahre 1857 schließlich an das Königreich Württemberg
verkauften.
2. Weltkrieg und Nachkriegszeit
Ab dieser
Zeit unterscheidet sich die Geschichte des Ortes nicht mehr so wesentlich von
der anderer Orte der Umgebung. Eine leidvolle Ausnahme gibt es allerdings. Das
Dorf wurde am 19. April 1945 durch einen Fliegerangriff zu zwei Dritteln zerstört.
Ein schwerer Schlag auch für die Bevölkerung, die Schlimmes durchmachen
musste. Alte Dorfsubstanz fiel in Schutt und Asche und ging für immer verloren.
Nach 1945 - in der Phase des Wiederaufbaus - ist dann “das Beuren” entstanden,
das heute vor uns liegt. Eine neue, moderne Ortschaft ist in den
vergangenen Jahrzehnten entstanden, die durch die moderne Zeit geprägt wurde.
Nach oben
Literatur
Vieles mehr über die Geschichte unseres Ortes kann dem
Heimatbuch von Josef Kleinknecht (1979) oder den von Peter Schührer
verfassten Wäschenbeurener Bilder- und Geschichtenbüchern „Beuremer
Leaba“ und „Leut ond Häuser“ entnommen werden. Die Bücher werden im
Bürgerbüro des Rathauses angeboten.
Nach oben
|