JavaScript scheint momentan in Ihren Browsereinstellungen deaktiviert zu sein.
Bitte nehmen Sie eine Änderung dieser Einstellung vor und laden Sie die Webseite neu, um deren volle Funktionalität zu ermöglichen.

News/Aktuelles

Autor: Marita Funk
Artikel vom 29.01.2020

Norbert Wahl als Kommandant verabschiedet

Bürgermedaille in Gold als Dank für vorbildliches Wirken

Norbert Wahl hinterlässt Spuren bei der Freiwilligen Feuerwehr in Wäschenbeuren. 22 Jahre war er deren Kommandant. Länger als kaum ein anderer in seiner Position im Kreis Göppingen. Und wenn man auch sagt, nichts sei in Stein gemeißelt, so darf man eine Ausnahme machen bei dem, was Norbert Wahl innerhalb der Feuerwehr während der vergangenen zwei Jahrzehnte schuf. Es wird die Feuerwehr auf viele Jahre prägen.

Am vergangen Donnerstag wurde der 52-Jährige in der festlich geschmückten Bürenhalle feierlich verabschiedet. Rund 150 Freunde, Mitglieder des Gemeinderats, Familienangehörige, Kameraden, Weggefährten nahmen daran teil. Darunter auch Vertreter der Feuerwehren aus Lorch, Göppingen, Maitis und der benachbarten Schurwaldwehren. Musikalisch umrahmt vom Fanfarenzug der Feuerwehr unter der Leitung von Alexander Kaißer, bewirteten die Landfrauen die geladenen Gäste.

 

„Mit einer so großen Feier und so vielen geladenen Gästen habe ich niemals gerechnet“, sagte ein sichtlich gerührter Norbert Wahl. Wahl, der auch fünf Jahre lang als Kommunalpolitiker im Gemeinderat die Geschicke seines Heimatortes mitbestimmte, leitete seinen Rückzug aus seinen zeitaufwändigen Ehrenämtern langsam ein, in dem er sich bei der Kommunalwahl im Frühjahr 2019 nicht mehr aufstellen ließ. Nachdem am 4. Januar 2020, während der Hauptversammlung der Feuerwehr, Wahls bisheriger Stellvertreter Andreas Kaißer zum neuen Kommandanten und Stefan Döring zum amtierenden Stellvertreter gewählt worden waren, sah sich Norbert Wahl immer häufiger mit der Frage konfrontiert: „Was machst du denn jetzt mit der vielen Freizeit?“

Während seiner Abschiedsrede in der Bürenhalle gab er die Antwort: „Ich werde sie nach einem umfangreichen Arbeitstag in aller Ruhe genießen.“ Er habe nun keinen Zeitdruck mehr, müsse die Abende nicht mehr mit Besprechungen, Sitzungen oder Vorbereitungen für bevorstehende Veranstaltungen verbringen und könne sich nun neben der Feuerwehr auch seinem zweiten Hobby widmen.

Im Rückblick verglich der Kfz-Meister die Feuerwehr mit einem Auto, dessen Motor er gewesen war, das aber noch viele weitere wichtige Komponenten benötige, um als „leistungsstarkes und fähiges“ Fahrzeug dazustehen.

Dies waren seine Kameraden, die gemäß ihrem Leitspruch „Einer für Alle – alle für Einen“ gemeinsam alle anstehenden Aufgaben und Herausforderungen bewältigten. Wie beispielsweise das Fest anlässlich des 125-jährigen Bestehens der Feuerwehr im Jahr 2000 oder die Beschaffung von drei Fahrzeugen in den vergangenen neun Jahren.

Bürgermeister Karl Vesenmaier dankte Wahl für 22 Jahre vertrauensvolle Zusammenarbeit an der Spitze der Wehr. Der Verwaltungschef ehrte Wahl für sein ehrenamtliches Engagement: „Unter Ihrer Leitung hat die Wehr viel Unheil abwehren, zumindest aber lindern können.“ Der Gemeinderat habe auf Anregung des Feuerwehrausschusses beschlossen, ihn zum Ehrenkommandanten zu ernennen. Eine weitere Ehrung für Norbert Wahl, der 2015 zum Hauptbrandmeister ernannt worden war, das höchste erreichbare Amt. Kurze Zeit darauf wurde er mit dem deutschen Feuerwehrehrenzeichen in Silber für seine Verdienste ausgezeichnet. 2013 überreichte ihm Karl Vesenmaier die Bürgermedaille in Silber der Gemeinde Wäschenbeuren und anlässlich des Ausscheidens aus dem Spitzenamt ganz aktuell auch die Bürgermedaille in Gold: „Auch für mich als Bürgermeister waren Sie stets ein sehr angenehmer Wegbegleiter und verlässlicher Partner. Mögen sich künftige Generationen von Ihrem Tun inspirieren lassen.“

Dem Wirken Wahls, dem es immer wichtig gewesen sei, gesellschaftliche Werte zu vermitteln, sei es zu verdanken, dass die Wäschenbeurener Wehr in den zurückliegenden Jahren einen beispielhaften Zuwachs aktiver Mitglieder verzeichne. Derzeit seien es 53, deren Durchschnittsalter bei 37 Jahren liege – und damit sechs Jahre unter dem Landesdurchschnitt: „Das ist eine traumhafte Entwicklung im Vergleich zum Bundestrend.“

Es sei heutzutage nicht mehr selbstverständlich, dass jemand eine derart verantwortungsvolle Tätigkeit über eine ganze Generation hinweg ausübe, stellte auch Kreisbrandmeister Prof. Dr.-Ing. Michael Reick auch im Namen des ebenfalls anwesenden Kreisfeuerwehrverbandsvorsitzenden Ulrich Volz fest. Er vertrat Landrat Edgar Wolff. Wahls ehrenamtliche Tätigkeit über zwei Jahrzehnte unterstreiche aber auch „die unerschütterliche Bereitschaft, dich für die Bürgerinnen und Bürger von Wäschenbeuren im Allgemeinen und die dir anvertrauten Feuerwehrkameraden im Besonderen stets bedingungslos einzusetzen“. Und das Amt des Feuerwehrkommandanten sei mit keinem anderen Amt in einer Gemeinde vergleichbar. Seit 1998 habe Norbert Wahl „die Feuerwehr gelenkt, geprägt, geformt, nach innen und außen vertreten – und letztlich zu dem gemacht, was sie heute ist: Eine gut funktionierende Feuerwehr.“ Über all die Jahre sei für ihn die fachliche Kompetenz von Norbert Wahl unbestritten gewesen, sagte Reick. Als Wahl ihm von seiner Entscheidung, das Amt nicht länger wahrzunehmen, informierte, sei er zwar überrascht gewesen, habe jedoch durchaus Verständnis. Schließlich diene als Kommandant in den Landkreiskommunen nur ein Kollege länger als Wahl.

Und Andreas Kaißer, dem Nachfolger von Norbert Wahl, entbot Michael Reick einen Willkommensgruß und forderte ihn auf, bei Fragen aller Art den kurzen Dienstweg zu nutzen: „Sowohl im Landratsamt als auch zum kurzen Draht übers Telefon“.

Aber Andreas Kaißer ist guten Mutes: „Das Feld, das du hinterlässt, ist gut bestellt“, sagte er während der Feierlichkeiten zu Norbert Wahl. „Meine Aufgabe kann nur darin bestehen, deine gute Arbeit fortzuführen.“

Gleichzeitig erinnerte Kaißer an die gemeinsamen Tätigkeiten der vergangenen 20 Jahre. So wurde im Jahr 2000 zum 125-jährigen Bestehen der Feuerwehr ein großer Kreisfeuerwehrtag ausgerichtet, 2001/2002 das Feuerwehrmagazin erweitert, 2010, 2011 und 2019 neue Feuerwehrfahrzeuge in Betrieb genommen, im Jahr 2012 das 40-jährige Jubiläum des Fanfarenzugs gefeiert und 2017/2018 die Kooperation mit der Jugendfeuerwehr Maitis begründet. Immer sei Norbert Wahl Motor und Motivator gewesen: „Deine persönlichen Interessen hast du immer hinten angestellt zum Wohle Deiner Kameraden und zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger von Wäschenbeuren. Wir schätzen besonders deine menschliche, außerordentlich engagierte, aufrechte und gradlinige Art.“

Über seine ganz persönlichen Erfahrungen mit der Feuerwehr seines Heimatortes berichtete der stellvertretende Vorsitzende des Musikvereins Wäschenbeuren Jochen Reinhold, der auch im Namen des Kulturrings den Dank überbrachte. In den 33 Jahren, die er im Ort lebe, habe er die Feuerwehr zwei Mal gebraucht: „Beide Male war sie innerhalb von fünf Minuten vor Ort und hat exzellente Arbeit geleistet. Die ist nur mit einer guten Truppe möglich, und dies ist ein Zeugnis guter Führung.“

Aber neben ihren eigentlichen Aufgaben, der Hilfe bei Notfällen und der Gefahrenabwehr, sei die Feuerwehr auch kulturell sehr aktiv, sagte Jochen Reinhold in seiner Laudatio. So organisiere sie neben der alljährlichen Sonnwendfeier auch die Faschingsparty und den Pfingstmarkt. Und persönlich erinnere er sich noch an den Kreisfeuerwehrtag im Jahr 2000, an dem der Musikverein den großen Zapfenstreich spielte: „Die Feuerwehr ist aus dem Kalender des Kulturrings nicht mehr wegzudenken.“

Zum Schluss gab es Standing Ovations für den scheidenden Kommandanten.

Die Feier setzte sich nach dem offiziellen Teil bei guten Gesprächen bis weit in den Abend hinein fort.