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News/Aktuelles

Autor: Marita Funk
Artikel vom 22.11.2016

Verabschiedung Wassermeisterteam Maier/Hiller

BM Vesenmaier bedankt sich bei Wassermeister Maier sowie Ehepaar Hiller für die geleistete Arbeit

Einen vollzeitbeschäftigten Wassermeister könnte sich Wäschenbeuren finanziell nicht leisten und es wäre dafür auch keine Notwendigkeit gegeben. Und dennoch bedarf auch ein überschaubares Leitungsnetz einer Betreuung rund um die Uhr sowie an Wochenenden und zu Urlaubszeiten.

Dieser anspruchsvollen Herausforderung, quasi in einer Doppelfunktion, hat sich ab dem Jahre 1969 zunächst Herr Maier vom Sanitärbetrieb Maier gestellt und ab 2001 sein Betriebsnachfolger Andreas Hiller.

Das örtliche Versorgungsnetz wurde seit dieser Zeit durch den Wachstumskurs der Gemeinde nicht nur ständig erweitert sondern im Zusammenhang mit Straßensanierungs- und Ausbaumaßnahmen erneuert.

Die Verschärfung der gesetzlichen Bestimmungen sowie die computergesteuerte Überwachung des Netzes haben letztendlich den Gemeinderat und die Gemeindeverwaltung veranlasst, bei der künftigen Betreuung einen Weg zu gehen, zu dem sich bereits in früheren Jahren kleinere und mittlere Gemeinden entschlossen haben. Deren Wasserversorgungsnetz wird von mittelständischen Fachunternehmen betreut. Diese Verantwortung wurde nun in Wäschenbeuren auf die EVF übertragen.

Für den Gemeinderat und die Gemeindeverwaltung war es ein großes Anliegen, die hervorragenden Leistungen des bewährten Teams im Rahmen der jüngsten Gemeinderatssitzung zu würdigen. Verantwortung für ein Wasserversorgungsnetz zu tragen, so BM Karl Vesenmaier, sei nicht gleichzustellen mit der Erledigung eines technischen Auftrages. Die Sicherstellung der Wasserversorgung sei eine ständige Herausforderung. Wenn es brenne, habe der Wassermeister dafür zu sorgen, dass das Wasser nicht ausgehe. Das klinge zwar alles sehr theoretisch, doch die Praxis sei nicht selten nervenaufreibend und spannend wie ein Krimi. Er erinnerte an Weckrufe mitten in der Nacht, ausgelöst vom Warnsystem des Hochbehälters mit der wiederholenden monotonen Stimme „Wasserturm Wäschenbeuren, bitte melden, bitte melden“ und das oft 3 – 4 wiederholend, bis man letztendlich aus dem Tiefschlaf aufgerüttelt kapiert habe, um was es geht. Er wisse, so der Bürgermeister, von was er rede. Denn auch er sei über viele Jahre hinweg in diese Weckrufkette eingebunden gewesen, denn schließlich sei auch mal der Wassermeister außerhalb des Ortes unterwegs oder aber auch im Urlaub. Dann gelte es, auch bei Eiseskälte das warme Bett zu verlassen und im Wasserturm nach dem Rechten zu sehen und den Einsatz zu organisieren. Von diesen „stillen Einsätzen“ bekomme die Bürgerschaft in der Regel nichts mit. Der Wassermeister sei dann trotz der Dringlichkeit nicht mit Blaulicht unterwegs, sondern versuche in aller Stille die Schwachstellen im System ausfindig zu machen. Solche spektakulären Einsätze, die es immer wieder gebe, blieben unvergessen.

Beispielhaft nannte der Schultes einen Nachteinsatz im Weiler Wäscherhof. Mitten in der Nacht habe der Hochbehälter deutlich mehr Wasser verloren als neues nachgefüllt werden konnte. Die Hochrechnung habe ergeben, dass 2/3 der örtlichen Haushalte in den frühen Morgenstunden ohne Wasser sei. Mit Hochdruck habe die Lecksuche in der Nacht begonnen und gegen 24.00 Uhr sei man auch fündig geworden. Das Team aus Wassermeister, Mitarbeitern des Bauhofes, Herrn Holder von der Fa. Weiss und dem Team Maier/Hiller sei es zu verdanken gewesen, dass bis zum Tagesbeginn die Arbeiten abgeschlossen werden konnten.

Im Laufe der Jahre habe sich ein großer Erfahrungsschatz bei dem Betreuungsteam angesammelt, der stets sehr nützlich gewesen sei.

Fast 50 Jahre als Wassermeister im Dienste der Gemeinde, das sei nicht nur eine lange Zeit, sondern für die Bürgerschaft sei dies auch eine sehr fruchtbare Zeit gewesen. Das so wichtige Miteinander habe stets funktioniert. Der Name Maier/Hiller werde mit Sicherheit noch in vielen Jahren und Jahrzehnten sehr positiv mit der öffentlichen Wasserversorgung in Wäschenbeuren in Verbindung gebracht werden. Die Gemeinde sei zu großem Dank verpflichtet. Der Schultes bat darum, vom reichen Erfahrungsschatz auch künftig noch profitieren zu dürfen. Die Ehrung wurde vom Gemeinderat mit großem Beifall bedacht.