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News

Autor: Marita Funk
Artikel vom 26.07.2018

Freiflächenphotovoltaikanlage

Freiflächenphotovoltaikanlage

Mit dem Bau der Freiflächenphotovoltaikanlage hat die Gemeinde im Jahr 2012 einen mutigen Schritt gewagt. Bürgermeister Karl Vesenmaier hat die Idee bei einer Info-Veranstaltung der Region aufgegriffen und in mehreren Sitzungen den Gemeinderat davon überzeugt, das Projekt seitens der Gemeinde sowohl eigenständig umzusetzen und auch zu finanzieren. Zu Pass kam dabei der Gemeinde die beabsichtigte Schließung der Erddeponie im Bereich Tausenbreitenwiesen. Denn nur diese Fläche erfüllte die rechtlichen Voraussetzungen zur Erstellung der Anlage. Die Aufbruchstimmung in dieser zeitlichen Phase und auch in der Zeit davor, beflügelte auch viele Privateigentümer, Anlagen auf ihren Gebäuden zu installieren. Schließlich wollten viele ihren Beitrag zur Energiewende leisten. Dabei hatten sie aber auch stets einen Blick auf die Rendite für das eingesetzte Kapital. Die Folge war, dass Subventionen bei der Stromeinspeisevergütung auch die Belastung für die Stromkunden in die Höhe trieb. Der Gesetzgeber musste daher handeln mit der Folge stets sinkender Einspeisevergütungen. Diese Unsicherheit belastete auch das Projekt „Tausenbreitenwiesen“. Doch Wäschenbeuren hatte Glück, dem nach unten ziehenden Preisverfalltrend zu entkommen.

 

Noch vor der Investitionsentscheidung wurde die staatlich garantierte Einspeisevergütung nach vielen Debatten im Bundestag auf 18,76 ct/kw/h der Gemeinde von der zuständigen Stelle garantiert. Nach dem Festschreiben dieser verlässlichen Größe ging es dann mit dem Projekt trotz vieler „Stolpersteine“ flott voran. Schließlich galt es, viele Genehmigungen einzuholen. Unter notarieller Aufsicht konnte die Anlage am 29.06.2012 in Betrieb genommen werden.

 

Technische Daten und Kosten

Fläche ca. 1,2 ha

Ursprünglich angenommene Einspeiseleistungen                       975.000 kwh/Jahr

Garantierte Einspeisung                                                                       18,76 ct/kwh

Baukosten                                                                                          1.508.530 €

 

Betriebsbilanz nach 6 Jahren

Die ursprüngliche jährliche Einspeiseberechnung wird um 107.203 kw/h/Jahr übertroffen. Das sind 11 % mehr als bei der Kalkulation angenommen. Die dadurch bedingten Mehreinnahmen zu Gunsten der Gemeinde betragen pro Jahr 20.111 €. Der Überschuss vor Steuern betrug 2015 67.771 €. Das entspricht einer Bruttorendite von 13,44 % des eingesetzten Kapitals. Doch die Gemeinde zahlt auch Steuern. Pro Jahr beträgt die Belastung ca. 28.000 €. Die Gewerbesteuer mit ca. 7.500 € kommt jedoch der Gemeinde wieder teilweise zugute.

 

Region Stuttgart hat das Projekt Wäschenbeuren seit geraumer Zeit im Auge

Zur Umsetzung des Projekts war auch die Zustimmung der Region Stuttgart notwendig. Diese zu bekommen, war nicht einfach. Die Situation hat sich seither gar verschärft. Die regionalen Grünzüge verbieten solche Anlagen im Außenbereich. Dennoch spricht Bürgermeister Karl Vesenmaier in regelmäßigen Abständen beim Stuttgarter Verband vor und ermahnt zur Auflockerung der einschneidenden Bestimmungen. Schließlich gelte es, die Energiewende im Sinne der von der Politik hochgesteckten Ziele voranzubringen (80 % bis 2050). Wegen der optimalen Sonneneinstrahlung eigne sich Baden-Württemberg besonders. Im März 2018 wurde daher Bürgermeister Karl Vesenmaier im Rahmen einer Vortragsreihe gebeten, das Projekt Wäschenbeuren in Stuttgart vorzustellen. Ziel von Seiten des Schultes war es, ein Umdenken in der Landeshauptstadt in Gang zu bringen. Die Bilanz nach 6 Jahren war auch Thema der letzten Gemeinderatssitzung. Alle Sprecher lobten den von der Verwaltung seinerzeit eingeschlagenen Weg. Von einigen Diskussionsteilnehmern wurde aber auch gesagt, dass man zu Lasten der Landwirtschaft vorläufig derzeit keine Flächen mehr in Anspruch nehmen wolle.

 

Gute Rendite bis 2032 und auch danach

Wäschenbeuren kann auch in den kommenden 14 Jahren mit ordentlichen Renditen rechnen, welche indirekt allen Bürgern zu Gute kommen. Derzeit beläuft sich der jährliche Nettozufluss (einschließlich Kalkulationskosten) auf ca. 156.000 €. Dieser trägt bedeutend zur Stabilisierung der Gemeindefinanzen bei. Bürgermeister Karl Vesenmaier ist sich sicher, dass die Anlage auch nach Ablauf der garantierten im Jahr 2032 ökologisch wichtig und wirtschaftlich interessant bleibt. Bei einer Einspeisevergütung von jährlich 5 ct/kw/h wurde die Bruttorendite mit über 30.000 € berechnet.

 

Stromeinspeisung auch aus anderen Dachanlagen der Gemeinde

Bereits frühzeitig hat die Gemeinde auch mit Dachanlagen sehr gute Erfahrungen gemacht. Deren Einspeiseleistung beläuft sich pro Jahr auf ca. 145.000 kw/h. Alle Anlagen wurden über den Haushalt der Gemeinde finanziert. Der wiederum ist schuldenfrei.

 

Lob an die Bürgerschaft

32 % des in Wäschenbeuren verbrauchten Stroms wird regenerativ erzeugt. Diese positive Leistungsbilanz haben wir aber auch vielen Mitbürgerinnen und Mitbürgern zu verdanken. Die Wäschenbeurener Öko-Einspeisequote liegt damit über dem doppelten Wert anderer Kommunen in der BRD.