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News/Aktuelles

Autor: Marita Funk
Artikel vom 17.06.2020

Soldatengräber auf dem Wäschenbeurener Friedhof

Zwei Soldatengräber erinnern auf dem Wäschenbeurener Friedhof an den vor 75 Jahren zu Ende gegangenen Zweiten Weltkrieg und an die Schrecken des Krieges.

Auf dem Rathaus ist folgendes über einen der beiden in Wäschenbeuren Gefallenen niedergeschrieben:

Karl Dems, Gefreiter, geb. am 13.10.1912 in Hamburg, gef. am 1.4.1945 durch Tiefflieger, deutscher Staatsangehöriger, Tag der Beisetzung: 3.4.1945

Am Ostersonntag 1945 soll ein Fahrzeug der Marine-Flak in der „Langgass“, die früher noch stärker ausgebildete hohle Gasse, die die Bundesstraße am Ortsrand von Wäschenbeuren in Richtung Lorch bildet, von Jagdfliegern beschossen worden sein. Der Gefreite Dems wurde dabei schwer verwundet und ins Wäschenbeurener Schwesternhaus zum Verbinden gebracht. Da soll er dann verstorben sein.

Über das zweite Soldatengrab steht geschrieben:

Sava Kowaly, Pionier Bataillon 690, ukr. (Hiwi), geb. am 15.11.1919 in Kowno, Ukraine, gef. am 19.4.1945 beim Einmarsch der US-Truppen, ukrainische Staatsangehörigkeit, Tag der Beisetzung: 22.4.1945

Der Ukrainer Sava Kowaly ist bei den zum Kriegsende in Wäschenbeuren untergebrachten Landesschützen als „Hiwi“ stationiert gewesen. Er sei mit einem Pritschenwagen und Russengäulen im Ort unterwegs gewesen. Beim alten Schulhaus (wo sich heute der Schulparkplatz befindet) sei er am 19. April 1945 von den einmarschierenden Amerikanern vom Wagen heruntergeschossen worden.

Laut „Wikipedia“ wurden während des Zweiten Weltkriegs Hilfskräfte innerhalb der deutschen Wehrmacht und der SS, die in der Sowjetunion „rekrutiert“ worden waren, als „Hiwis“ (Hilfswillige) bezeichnet. Die sogenannten Hilfswilligen waren nach dem Überfall auf die Sowjetunion hauptsächlich gefangene Soldaten der Roten Armee. Etwa 800 000 bis

1 Million Hiwis sollen für die deutsche Besatzungsmacht gearbeitet haben. Für sie bot sich die Gelegenheit, den katastrophalen, oft tödlichen Bedingungen in den Gefangenenlagern zu entkommen. Anfänglich eher zur Errichtung von Verteidigungsanlagen verwendet, wurden die „Hiwis“ gegen Ende des Krieges mehr und mehr auch in bewaffneten Einheiten eingesetzt.

Im Kriegsgräbergesetz vom 28. Mai 1952 ist festgelegt, dass Kriegsgräber „dauernd erhalten“ werden müssen und dass das „dauernde Ruherecht“ eine „öffentliche Last“ sei. Die Gemeinde Wäschenbeuren stellt sich der „Last“ und kümmert sich um die beiden Soldatengräber. Erst vor kurzem wurden sie vom Bauhof frisch bepflanzt. Gleichzeitig bedankt sich die Gemeindeverwaltung bei Frau Maria Blessing, die bis vor wenigen Jahren die Pflege der beiden Soldatengräber über einen sehr langen Zeitraum durchgeführt hat. 

Peter Schührer