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News/Aktuelles

Autor: Marita Funk
Artikel vom 21.07.2021

10 Jahre Rathausquartier

Viele Gemeinden verlieren im Land seit Jahren Einwohner, weil sie im Wettstreit mit anderen Kommunen das Nachsehen haben. Ein wichtiger Grund dieser unerfreulichen Entwicklung mag die mangelnde Infrastruktur sein, die heute vielfach kaum mehr bezahlbar ist. Denn Orte mit urbanem Flair, die sich immer mehr Bewohner wünschen, bestehen nicht nur aus einer Mischung von Ein- und Mehrfamilienhäusern und einer Grundversorgung des öffentlichen Bedarfs. Eine städtebaulich- und zukunftsorientierte Gemeinde muss derzeit ihren Bürgern deutlich mehr bieten. Von dieser Erkenntnis hat sich Wäschenbeuren schon sehr früh inspirieren lassen. Für diese vorausschauende Politik stehen beispielsweise die Bürenhalle mit der benachbarten weiterentwickelten Stauferschule sowie die hervorragende Betreuung in unseren Kindergärten. Im Rahmen des Landessanierungsprogrammes konnten ergänzend in den zurückliegenden 25 Jahren weitere städtebauliche Akzente in der Ortsmitte geschaffen werden.

Einer großen Herausforderung hat sich die Gemeinde mit der Rathausquartierbebauung gestellt. Anfangs von viel Kritik begleitet, strahlt das neugeschaffene und auch architektonisch sehr aufwändige Vorhaben nach der Fertigstellung schlichte und zeitlose Eleganz aus. Die Mischung aus Bibliothek, Café, gehobenem Gemeindearchiv, Kinderkrippenbetreuung und zwei Wohnungen hat das Leben im Zentrum der Gemeinde nachhaltig bereichert. Dadurch wurde im Ort nicht nur mehr Kaufkraft gebunden und die Geselligkeit gefördert, sondern im Sinne der Ökologie lassen sich auch manche Fahrten in die umliegenden Städte vermeiden. Mit der Bibliothek leistet Wäschenbeuren zudem einen wichtigen Beitrag zum Bildungsauftrag.

Die 1.090 m² große Fläche wurde am 10.07.2011 feierlich eröffnet. Bis zur Eröffnung war es allerdings ein langer Weg: Bereits im Jahr 1996 wurde durch den Kauf des Anwesens Manfred-Wörner-Platz 2 ein erster Grundstein für das Quartier gelegt. Im Jahr 2003 begannen im Zusammenhang mit dem Landessanierungsprogramm die ersten Beratungen und Konzeptionen im Gemeinderat. Im Juli 2005 erfolgte dann der Kauf des Anwesens Manfred-Wörner-Platz 4. Ab 2007 kam der Prozess ins Rollen. Es folgten im Jahr 2007 der Grundsatzbeschluss des Gremiums, die Vorbereitungen für den Investorenwettbewerb sowie die Beteiligungen und der Austausch mit der Bürgerschaft. Im Gemeinderat entfachte zudem eine rege Diskussion über mögliche Kostenexplosionen sowie über die Nutzungskonzeption. Im Januar 2008 erfolgten schlussendlich mit einem knappen Mehrheitsbeschluss für die zukünftige Nutzung als Bibliothek die Vorbereitungen für den Architektenwettbewerb. Gewinner des Wettbewerbes war der Architekt Dauner von dauner rommel schalk architekten. Die Gemeinde Wäschenbeuren stemmte daraufhin ab 2009 als alleiniger Bauherr das Bauprojekt. Im August erfolgte der Abbruch der bestehenden Gebäude, im September der Spatenstich und im Juli 2010 das Richtfest. Im März 2011 beschloss der Gemeinderat zudem die Umgestaltung des Manfred-Wörner-Platzes. Ferner konnten nach einer dreimonatigen Suche Pächter für das örtliche Café gewonnen werden. Zusammengefasst war es ein kräftezehrender und herausfordernder Prozess, der sich aber allemal für den Ort und die Bürgerschaft gelohnt hat.