Wichtige Weichenstellungen für die Zukunft
Mit zwei wichtigen Beschlüssen hat der Gemeinderat in den vergangenen zwei Sitzungen weitere Weichen für eine nachhaltige und zukunftsfähige Entwicklung der Gemeinde gestellt. Sowohl die kommunale Wärmeplanung als auch die geplante PV-Bündelaktion für Bürgerinnen und Bürger sind bedeutende Bausteine auf dem Weg zu einer klimafreundlichen Energieversorgung vor Ort. Beide Projekte verfolgen das Ziel, die Herausforderungen der Energiewende aktiv anzugehen, die Gemeinde langfristig gut aufzustellen und gleichzeitig die Bürgerschaft frühzeitig einzubinden und zu informieren.
Startschuss für die kommunale Wärmeplanung
Bereits in seiner Sitzung am 21. Mai 2026 hat der Gemeinderat beschlossen, einen kommunalen Wärmeplan für Wäschenbeuren erstellen zu lassen. Mit der Ausarbeitung wurde die Rationelle Energie Süd GmbH (RES) aus Geislingen beauftragt.
Die kommunale Wärmeplanung ist ein strategisches Instrument, das Städten und Gemeinden dabei hilft, den Weg zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung systematisch zu planen. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie der Wärmebedarf von Wohngebäuden, öffentlichen Einrichtungen, Gewerbebetrieben und weiteren Gebäuden künftig möglichst treibhausgasneutral gedeckt werden kann.
Hierfür wird zunächst die bestehende Situation in Wäschenbeuren untersucht. Erfasst werden unter anderem der aktuelle Wärmebedarf, die vorhandenen Heizsysteme, bestehende Energie- und Wärmenetze sowie die daraus resultierenden Treibhausgasemissionen. Gleichzeitig werden Potenziale für erneuerbare Energien, Abwärmequellen und mögliche zukünftige Versorgungsstrukturen analysiert. Auf dieser Grundlage entsteht ein Zielszenario für die Wärmeversorgung der kommenden Jahre sowie eine Strategie, wie dieses Ziel Schritt für Schritt erreicht werden kann.
Wichtig ist dabei: Der kommunale Wärmeplan stellt keine verbindliche Ausbauplanung dar. Für Bürgerinnen und Bürger entstehen dadurch weder Anschlusszwänge noch sonstige Verpflichtungen. Vielmehr dient die Wärmeplanung als Orientierung und Entscheidungsgrundlage für die zukünftige Entwicklung der Gemeinde und für mögliche spätere Maßnahmen.
In den kommenden Monaten beginnt die Erhebung und Auswertung der erforderlichen Daten. Dazu werden unter anderem Informationen von Energieversorgern, Bezirksschornsteinfegern sowie örtlichen Unternehmen eingeholt. Auch das Potenzial von Abwärme aus Gewerbe- und Industriebetrieben soll untersucht werden. Selbstverständlich erfolgt dies unter Einhaltung der geltenden Datenschutzbestimmungen.
Die Erstellung des Wärmeplans wird voraussichtlich rund ein Jahr in Anspruch nehmen. Während dieses Prozesses sollen auch die Bürgerinnen und Bürger sowie die örtlichen Unternehmen durch Informationsveranstaltungen und Beteiligungsformate eingebunden werden. Die Gemeinde wird regelmäßig über den Fortschritt des Projekts informieren.
Beantragung von Fördermitteln zur Bürgerbeteiligung im Rahmen des Förderprogramms Klimaschutz-Plus Teil 2 (zur Umsetzung einer Kommunikationsstrategie sowie einer PV-Bündelungsaktion:
In seiner jüngsten Sitzung am 18. Juni 2026 hat der Gemeinderat zudem einstimmig beschlossen, eine PV-Bündelaktion für Bürgerinnen und Bürger auf den Weg zu bringen. Vorbild ist die bereits erfolgreich gestartete Aktion der Stadt Uhingen, die gemeinsam mit der Energieagentur Landkreis Göppingen durchgeführt wird.
Mit der geplanten Bündelaktion möchte die Gemeinde Hauseigentümerinnen und Hauseigentümern den Einstieg in die Nutzung von Solarenergie erleichtern. Viele Menschen beschäftigen sich bereits mit der Frage, ob sich eine Photovoltaikanlage auf dem eigenen Dach lohnt. Häufig bestehen jedoch noch Unsicherheiten hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit, der technischen Voraussetzungen, der geeigneten Anlagengröße oder möglicher Batteriespeicher. Genau hier setzt die Bündelaktion an.
Durch eine gemeinsame Organisation und fachliche Begleitung sollen interessierte Bürgerinnen und Bürger verlässliche Informationen und Unterstützung bei den nächsten Schritten erhalten. Ziel ist es, den Weg zur eigenen Photovoltaikanlage einfacher und transparenter zu gestalten. Gleichzeitig können durch eine koordinierte Vorgehensweise Abläufe gebündelt und der Aufwand für die einzelnen Interessenten reduziert werden.
Die Durchführung der Aktion soll durch die Energieagentur Landkreis Göppingen erfolgen. Die Energieagentur verfügt bereits über Erfahrungen aus vergleichbaren Projekten und wird die Gemeinde bei der Vorbereitung, der Öffentlichkeitsarbeit sowie bei Informationsveranstaltungen begleiten.
Darüber hinaus hat der Gemeinderat beschlossen, Fördermittel aus dem Landesförderprogramm „Klimaschutz-Plus für Kommunen“ zu beantragen. Die Fördermittel sollen sowohl für die Durchführung der PV-Bündelaktion als auch für die Weiterentwicklung der kommunalen Klimakommunikation genutzt werden. Geplant ist unter anderem die Erarbeitung eines Kommunikationskonzepts, das dabei helfen soll, Klimaschutzthemen künftig noch verständlicher und zielgerichteter an die Bürgerschaft zu vermitteln.
Mit der PV-Bündelaktion möchte die Gemeinde nicht nur den Ausbau erneuerbarer Energien fördern, sondern auch konkrete Hilfestellung für Bürgerinnen und Bürger anbieten, die selbst einen Beitrag zur Energiewende leisten möchten. Weitere Informationen zum genauen Ablauf, zu Informationsveranstaltungen sowie zu den Teilnahmebedingungen werden bekannt gegeben, sobald die nächsten Schritte abgestimmt sind.


